Stille & Beobachtung

Keinen richtigen Auslöser zu finden macht dennoch erfinderisch

Montag, 5. Januar 2026von Michael

Es sind keine besonderen Tage.

Kein Anlass, kein Ereignis, kein Ziel.

Wir sind drinnen, wir sind draußen. Licht fällt, verschwindet wieder. Manchmal schaue ich, manchmal werde ich angeschaut. Ich halte die Kamera nicht, um etwas festzuhalten, sondern um nichts zu verlieren, was sonst einfach durchrutscht.

Als Fotograf kenne ich den Impuls, Situationen zu formen. Hier passiert das Gegenteil. Ich greife nicht ein. Ich beobachte. Die Kamera ist eher Abstand als Nähe – und trotzdem entsteht genau daraus Verbundenheit.

Als Partner bin ich Teil der Szene, auch wenn ich nicht sichtbar bin. Diese Bilder entstehen nicht über jemanden, sondern neben jemandem. Es geht nicht um Darstellung, sondern um Dasein. Um diesen Zustand, in dem nichts gesagt werden muss und trotzdem alles klar ist.

Vielleicht sind es genau diese stillen Momente, die später tragen. Nicht die lauten, nicht die erklärten. Sondern die, in denen die Zeit kurz innehält und wir einfach da sind.